Was ist ein Dispositionskredit?

Ein Dispositionskredit ist die vermutlich am häufigsten genutzte Kreditform in Deutschland. Hierbei wird schlicht das Guthaben überzogen und über den laufenden Zahlungsverkehr wieder ausgeglichen. Der Dispositionskredit ist allerdings weitaus teurer als andere Formen der Kreditaufnahme.

Einen Dispokredit erhält man in der Regel ohne lange Verhandlungen: Bei einem regelmäßigen Gehalt räumt die Bank meist automatisch einen Überziehungsrahmen von etwa drei monatlichen Gehältern ein. Der große Vorteil an dieser Form der Kreditvergabe ist, dass sich beide Seiten langwierige Gespräche und Überprüfungen sparen können. Der Kunde kann ungehindert Geld ausgeben und die Bank kann ebenso ungehindert Zinsen kassieren.

Dispositionskredite sind seit der Finanzkrise in ein schlechtes Licht geraten: Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen auf ein historisches Tief gesenkt, um den Konsum und damit die Funktionalität der Wirtschaft und Gesellschaft zu gewährleisten. Im Bereich des einfachen Kredits werden diese Vergünstigungen indes nicht an die Kunden weitergegeben: Die Bank verlangt mehr als das Zehnfache an Zinsen dessen, was sie selbst zur Geldaufnahme aufbringen muss.
Diese Praxis rückt die Geldhäuser immer mehr in das Licht skrupelloser Geschäftemacherei, da die Banken selbst Schuld an der derzeitigen Krise haben und sich an deren Folgen erneut bereichern, ohne für die Folgen auch nur im Geringsten aufzukommen.

Ein Dispositionskredit ist dennoch für die meisten Menschen der einfachste Weg, sich einen spontanen Wunsch leisten zu können, ohne lange überlegen zu müssen. Es ist und bleibt der beste weil unkomplizierteste Kredit, den man aufnehmen kann. Den Banken allerdings stünde es gut zu Gesicht, in einer von der Gesellschaft finanzierten Niedrigzinsphase die Preise für ein solches Darlehen den Realitäten des Marktes anzupassen und den Dispo zu verbilligen.