Teure Kredite durch einen Umschuldungskredit ablösen

Gerade in der Vorweihnachtszeit oder im Urlaub, wenn das Geld der Deutschen etwas lockerer sitzt, kann es ganz schnell passieren, dass das Konto überzogen oder das Kreditkartenlimit erreicht wird. Natürlich ist es bequem, einfach seinen Dispo zu nutzen oder mit Kreditkarte zu bezahlen.

Wenn es um kleinere Beträge geht und das Minus mit dem nächsten Gehaltseingang wieder ausgeglichen ist, spricht auch nichts dagegen, sich über den Dispo oder die Kreditkarte Geld zu leihen. Kritisch wird es allerdings, wenn der Dispo dauerhaft in größerem Umfang in Anspruch genommen wird oder sogar der Disporahmen irgendwann überschritten wird. Spätestens dann sollten die Alarmglocken leuten. Bei den meisten Banken sind Dispo-Zinsen ohnehin sehr hoch und steigen bei geduldeter Überziehung, also bei Überschreiten des Disporahmens, noch einmal deutlich an.

Experten empfehlen, anstatt dauerhaft sein Konto zu überziehen besser auf einen günstigen Ratenkredit umzuschulden. Das spart nicht nur Geld, sondern hilft dem Kreditnehmer, wieder einen Überblick über seine laufenden finanziellen Belastungen zu erlangen und Ordnung in seine Finanzen zu bekommen. Bereits die Umschuldung eines einzelnen Kredites bringt oft eine deutliche Kostenersparnis. Doch wer nicht nur einen, sondern gleich mehrere Kredite am laufen hat, sollte in jedem Fall über die Zusammenfassung aller Verbindlichkeiten zu einem günstigen Umschuldungskredit nachdenken – insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen.

Welche Effekte hat eine Kreditumschuldung?

Werden ein oder gleich mehrere Kredite durch einen zinsgünstigeren Umschuldungskredit abgelöst, kann nicht nur die Monatsrate deutlich gesenkt und damit neuer finanzieller Spielraum geschaffen werden, sondern auch die Gesamtzinsbelastung drastisch reduziert werden. Das derzeit so niedrige Zinsniveau spielt Kreditnehmern dabei in die Karten. Alternativ kann die Monatsrate aber auch auf demselben Niveau belassen, jedoch der Tilgungsanteil der Kreditrate erhöht werden. Damit wird automatisch die Laufzeit verkürzt und der Kreditnehmer ist schneller wieder schuldenfrei.

Positiver Nebeneffekt: Die kürzere Laufzeit senkt zusätzlich den Zinssatz des Umschuldungskredites. Im Rahmen spezieller Umschuldungskreditprogramme, nämlich wenn es sich um eine Umschuldung mit Immobilie handelt, erhalten Kreditnehmer sogar besonders gute Konditionen. In diesem Fall werden verschiedene Ratenkredite mit einer Immobilienfinanzierung zu einem Darlehen zusammengefasst, was aufgrund der Immobiliensicherheit den Zinssatz deutlich drücken kann.

Wann lohnt sich ein Umschuldungskredit?

Grundsätzlich lässt sich mit einem Umschuldungskredit umso mehr Geld sparen, je länger der Kredit noch läuft, je höher die noch offene Restschuld ist und je größer der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Zinssatz ist. Sinnvoll ist es, vor der Beantragung eines Umschuldungskredites die Gesamtersparnis einmal konkret auszurechnen.

Sofern die Bank Ihnen für die vorzeitige Kündigung des Kreditvertrages eine Strafgebühr berechnet – die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung – sollte diese in die Berechnung einbezogen werden. Nur wenn das Einsparpotential die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung deutlich übersteigt, macht eine Umschuldung Sinn. Bei Kreditverträgen, die nach dem 10. Juni 2010 (Inkrafttreten der Verbraucherkreditrichtlinie) abgeschlossen wurden, dürfen Banken eine Vorfälligkeitsentschädigung von maximal 1% der Restschuld berechnen, sofern der Vertrag noch mindestens 12 Monate läuft. Beträgt die Restlaufzeit weniger als 12 Monate, darf die Vorfälligkeitsentschädigung sogar nur max. 0,5% betragen.

Wurde der Kreditvertrag vor dem 10. Juni 2010 abgeschlossen, gibt es zur Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung keine explizite gesetzliche Regelung. In diesem Fall sollte der Vertrag noch einmal genau auf entsprechende Regelungen geprüft oder bei Bedarf mit der derzeitigen Bank verhandelt werden. Nicht selten lassen Banken mit sich reden, oder versuchen, ihren Kunden durch ein attraktives neues Kreditangebot zu halten.

Was muss bei der Kreditumschuldung ansonsten noch beachtet werden?

Bei der Beantragung eines günstigen Umschuldungskredites sollte als Verwendungszweck unbedingt „Umschuldung“ angegeben werden. Das kann Ihre Bonität deutlich verbessern und den Zinssatz damit senken. Denn so weiß die neue Bank, dass Ihre laufenden Kreditraten nicht zu den Ausgaben gezählt, sondern durch die neue Kreditrate abgelöst werden sollen. Beachten Sie, dass die neue Bank keinerlei Bearbeitungsgebühren für die Umschuldung des Kredites berechnet. Seit Herbst 2014 sind Bearbeitungsgebühren für Privatkredite nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs unzulässig. Haben Sie bereits eine Bearbeitungsgebühr bezahlt und liegt diese Zahlung noch keine zehn Jahre zurück, können Sie diese unter Umständen von der Bank zurückfordern.

Um den Umschuldungkredit zu finden, der am besten zu Ihnen passt, lohnt sich ein Blick ins Internet: Auf verschiedenen Kreditvergleichsseiten erhalten Kreditsuchende einen guten Überblick über verschiedene Anbieter und Konditionen. Seit Einführung der Verbraucherkreditrichtlinie 2010 müssen Banken den effektiven Jahreszins angeben, der für mindestens zwei Drittel aller Kunden gilt, sowie alle für das Angebot geltenden Bedingungen und eine Beispielrechnung aufführen. Das vereinfacht den Vergleich enorm. Da viele Kreditprogramme bonitätsabhängig sind, empfiehlt es sich, zumindest zwei bis drei konkrete Angebote schriftlich einzuholen.

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