Städte und Kommunen suchen Investoren

Finanzielle Engpässe der Gemeinden, die stetig steigende Verschuldung der Kommunen und die drohende Kreditklemme der Banken lassen die Bürgermeister der Gemeinden nach neuen Wegen suchen, wie an Geld für die großen Löcher in den Haushaltskassen zu gelangen ist.
Dabei distanzieren sich die meisten Kommunen von dem klassischen Kredit von der Bank und suchen in privaten Investoren alternative Finanzierungsquellen. Dazu sprechen sie oft direkt den Bürger an, so passierte es, dass kleine Städte wie Quickborn den Kontakt mit den Einwohnern suchen und um einen Bürgerkredit bitten.

Auch Anleihen am Kapitalmarkt werden in den Städten Deutschlands immer mehr als Alternative zum Bankkredit angesehen – und angenommen. So ließ sich die Stadt Essen bereits Ende Februar 2010 eine Anleihe von 200 Millionen Euro sichern, wodurch sich die Basis der Investoren verbreiterte und das Image der Stadt aufpoliert wurde. Eine innovative Idee der Stadt im Ruhrgebiet, die sich selbst einen Weg aus der Kommunalverschuldung sucht.

Gerade das große mediale Interesse an der Kulturhauptstadt 2010, hat auch andere Städte, wie zum Beispiel Hannover, dazu inspiriert diese Art der Finanzierung zu nutzen. Doch kleinere Gemeinden sind mit Anleihen dieser Größenordnung schlichtweg überfordert und legen ihren Fokus auf die Finanzierung durch einen Bürgerkredit. Durch die finanzielle Mitwirkung am Haushalt steige auch wieder die Bereitschaft der Bürger sich aktiv am Leben der Kommune zu beteiligen.
Jedoch sind sich Städte und Kommunen einig, dass neue Wege der Finanzierung dringen notwendig seien, da die meisten Banken sich im Zuge der Finanzkrise aus dem Kommunalkreditgeschäft zurückgezogen haben.
Von einer Kreditklemme will man bei den Banken immer noch nicht sprechen – lieber spricht man von margenträchtigeren Geschäften als denen der Förderung der Kommunen und Städte.