Policendarlehen: Wann lohnt der Griff zur Lebensverischerung?


Für größere Anschaffungen ist eine Finanzierung oftmals unumgänglich. Meist ist es der klassische Ratenkredit, der dafür in Anspruch genommen wird. Eine weniger bekannte, aber oftmals günstigere Möglichkeit ist die Beleihung einer Lebensversicherung.

Die günstige Alternative mit vielen Vorteilen

Bei einem Policendarlehen handelt es sich nicht um eine Kreditaufnahme im herkömmlichen Sinne. Statt auf fremdes Kapital wird hier auf den Rückkaufswert einer bestehenden Kapitallebensversicherung zurückgegriffen. Im Prinzip leiht man sich sein eigenes Geld, das bereits angespart ist, aber noch nicht zur Auszahlung bereit steht . Und genau an diesem Punkt beginnen die Vorteile gegenüber dem klassischen Ratenkredit. Da die Kreditsumme durch den Rückkaufswert schon vorhanden ist, kann der Kreditgeber auf eine Bonitätsprüfung verzichten – damit erfolgt auch kein Schufa-Eintrag. Gleichzeitig vermindert sich für ihn das Kreditausfallrisiko. Der Anbieter des Policendarlehens ist dadurch in der Lage, dem Kunden in der Regel günstigere Zinskonditionen zu bieten. Auch für Selbständige, die für Investitionen in ihre Firma nicht auf Verbraucherkredite zurückgreifen können, ist diese Variante interessant.

Hinweis: Eine genauere Definition finden Sie übrigens auch auf Wikipedia.

Auf einfache Weise zum Policendarlehen

Es ist relativ unkompliziert, auf diese Weise zu einem günstigen Kredit zu kommen. Auf dem Markt gibt es viele Anbieter, die sich auf diese Art der Kreditvergabe spezialisiert haben. Hier sollte der Verbraucher die Konditionen der Anbieter vergleichen.
Die meisten Anbieter gewähren das Darlehen ab einem Rückkaufswert von 5.000 Euro, mitunter schon ab 1.000 Euro. Bei der Rückzahlung des Kredits bleibt der Kunde ziemlich flexibel. Im Allgemeinen sind neben festen Raten auch Möglichkeiten zu Sondertilgungen und vorzeitiger Rückzahlung Bestandteil des Vertrages – ein weiter Vorteil eines Policendarlehens.
Für die Zahlung der monatlich weiter anfallenden Versicherungsbeiträge hat der Kreditnehmer mehrere Möglichkeiten. Er kann diese vom laufenden Einkommen abzweigen, einen Teil der Kreditsumme für diesen Zweck reservieren oder die Lebensversicherung vorläufig beitragsfrei stellen. Bei der letzteren Variante ist allerdings zu beachten, dass sich hierdurch die Ablaufleistung und der Todesfallschutz verringern.
In bestimmten Fällen kann sich die Aufnahme eines Policendarlehens steuerschädlich auswirken. Die Beleihung aus der Lebensversicherung kann je nach individueller Situation eine Steuerpflicht auf diese Beträge auslösen. Gegenwärtig werden jedoch nur Darlehensbeträge über 25.565 Euro dem Finanzamt mitgeteilt.

Fazit:

Ein Policendarlehen ist für alle Verbraucher sinnvoll, die über eine Kapitallebensversicherung mit einem schon bestehenden relativ hohen Rückkaufswert verfügen. Mit günstigen Konditionen und einer gewissen Anonymität ohne Gespräche mit der Bank und Schufa-Eintrag ist der Verbraucher mit einem Policendarlehen auf der sicheren Seite.

Foto: © Reicher – Fotolia.com