Leitzins: Welche Entwicklung in 2014?

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Obwohl sich die Konjunktur in der Eurozone ein wenig aufgehellt hat, bleibt die Europäische Zentralbank, was die allgemeine Wirtschaftsentwicklung betrifft, skeptisch. EZB-Präsident Draghi hat daher seine Einschätzung bekräftigt, wonach der Leitzins auch in 2014 auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,5 Prozent bleiben wird und sogar noch weiter abgesenkt werden könnte.

Warnung vor schwächelnder Konjunktur

Mario Draghi, der Präsident der EZB, bestätigte Anfang September, dass die Europäische Zentralbank an ihrer Politik des billigen Geldes festhalten werde, da die Volkswirtschaft im Euro-Raum auf einem niedrigen Niveau verharre. Hohe Arbeitslosigkeit sowie die durch die Finanzkrise verursachten Langzeitschäden in der Finanz- und Realwirtschaft stellen nach wie vor eine hohe Belastung der europäischen Volkswirtschaften dar.
In der Eurozone herrscht trotz der leichten Konjunkturerholung im dritten Quartal 2013 weiterhin Unsicherheit darüber, wie sich die Wirtschaft entwickeln wird.

Leitzins abhängig von Inflation

Über das gesamte Jahr 2013 gesehen, hoben die Währungshüter ihre Prognosen leicht an, nämlich von minus 0,6 auf minus 0,4 Prozent. Gleichzeitig wurde die Wachstumsprognose für 2014 minimal von 1,1 auf 1,0 Prozent gesenkt. Bei der Entwicklung der Inflationsrate stieg die Prognose für das laufende Jahr auf 1,5 Prozent (zuvor 1,4 Prozent); gleichzeitig wird für 2014 unverändert eine Inflationsrate von 1,3 Prozent prognostiziert.

EZB-Präsident Draghi hat sein Versprechen, den Leitzins bis in das Jahr 2014 hinein unverändert niedrig zu halten, an eine stabile Inflationsrate gekoppelt.

Niedrigzins-Politik als Konjunktur-Stimulans

Draghi sagte, die Geld- und Zinspolitik der EZB sei darauf ausgerichtet, so lange wie nötig konjunkturstimulierend zu wirken. Dazu gehört auch die Option, den Leitzins in 2014 nicht nur auf dem gegenwärtigen Niveau zu halten, sondern sogar noch weiter abzusenken, sollte die Konjunktur in der Euro-Zone einen solchen Schritt erforderlich machen. Der EZB-Präsident erklärte in diesem Zusammenhang auch, dass er weniger Chancen als vielmehr deutliche Risiken für eine nachhaltige Konjunkturerholung sehe. Zu diesen Risiken zählten eine nachlassende bzw. schwächer als erwartet ausfallende Nachfrage als auch die nur schleppend voranschreitende effektive Umsetzung der erforderlichen Strukturreformen im Euro-Raum.

Geld für schwache Konjunktur

Die eher pessimistisch anmutenden Prognosen der EZB hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung kommen für Analysten nicht überraschend. Zwar scheint die Rezession in der Euro-Zone überwunden zu sein. Doch es ist noch nicht klar, ob die ersten Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung in eine nachhaltige Entwicklung münden werden. Vor diesem Hintergrund ist Draghis Ankündigung, weiterhin mit Billig-Geld die Volkswirtschaften zu stützen und die Konjunktur anzukurbeln, keine große Überraschung.

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