Laufende Kredite umschulden: Was beachten?

Kredite zusammenfügen

Schulden summieren sich schnell: Der Dispo-Kredit ist ausgereizt, das Auto noch nicht abbezahlt und die Zinsbindungsfrist des Baudarlehens geht zu Ende. Mit dem richtigen Umschuldungskredit lässt sich die monatliche Belastung senken. Das spart nicht nur Nerven, sondern auch viel Geld.

Wann sich eine Umschuldung lohnt

Die Aufnahme eines neuen Darlehens, mit dem bereits bestehende Schulden ausgeglichen werden, ist dann sinnvoll, wenn die laufenden Kredite zu hohen Zinsen festgeschrieben wurden. Bei Dispo-Krediten z. B. belaufen sich die Zinsen auf durchschnittlich 11%. Auch bei Peer-to-Peer-Krediten, wie sie an sogenannten Kreditbörsen vergeben werden, liegt der Zinssatz bei mindestens 8%. Langfristige Darlehen wie Baufinanzierungen hingegen werden oft auf einem günstigen Zinsniveau abgeschlossen. Neigt sich die Zinsbindungsfrist nach zehn oder fünfzehn Jahren jedoch ihrem Ende zu, ist das Darlehen in der Regel noch nicht abbezahlt.Im Idealfall bietet eine Umschuldung bzw. Anschlussfinanzierung dem Kreditnehmer also folgende Vorteile:

  • verringerte monatliche Belastung dank verlängerter Laufzeit
  • weniger Gesamtkosten dank günstigerem Zinssatz
  • bessere Überschaubarkeit, da nur eine monatlich zu begleichende Rate übrig bleibt

Laufende Kredite analysieren und vergleichen

Grundsätzlich gilt: Hochzinsphasen sind für Umschuldungen denkbar ungeeignet. Doch schon eine Verringerung des Zinssatzes in der Nachkommastelle kann eine Ersparnis von mehreren Hundert Euro im Jahr bedeuten. Dazu bedarf es jedoch einer sorgfältigen Analyse der bestehenden Kreditverpflichtungen. Allem voran sollten folgende drei Fragen beantwortet werden:

  • Wie hoch ist die momentane monatliche bzw. jährliche Belastung?
  • Bestehen für die laufenden Kredite noch Mindestlaufzeiten oder Zinsbindungsfristen?
  • Ist bei vorzeitiger Rückzahlung eine Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten?

Ist die Periode der Sollzinsbindung noch nicht abgelaufen, verlangt die Bank eine Ausgleichszahlung. Deren Höhe richtet sich nach dem vereinbarten Zinssatz sowie nach der Restlaufzeit und kann sich auf bis zu 8 Prozent des Darlehens belaufen. Eventuelle Vorfälligkeitsentschädigungen können so manche Zinsersparnis zunichte machen und müssen daher genau berechnet werden. Sind diese Zahlen ermittelt, werden die momentanen Kreditverpflichtungen und die aktuellen Marktkonditionen gegeneinander abgewogen. Hierbei reicht es jedoch nicht, die Nominalzinssätze zu vergleichen, mit denen Kreditangebote oft beworben werden.

Zu Vergleichszwecken besser geeignet ist der jeweilige effektive Jahreszins: Er beinhaltet auch anfallende Gebühren, Provisionen etc. und gibt so die tatsächliche Belastung wieder, die auf den Kreditnehmer zukommt. Fällt diese auch unter Einbezug eventueller Ausgleichszahlungen geringer aus, als die momentanen Zahlungsverpflichtungen, ist eine Umschuldung in jedem Fall empfehlenswert.

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