Immobilienkäufer und Bauherren profitieren von der Leitzinssenkung

geplantes Immobilienglück

Hier ein Bleistiftstrich, dort einer und fertig ist die Skizze des Architekten. Auf dem Papier existiert es bereits: Ihr Traumhaus. Die Finanzierungsfrage ist allerdings noch nicht geklärt. Umso wichtiger also, dass Sie wissen, wie sich die Leitzinssenkung auf die Baufinanzierung auswirkt. Wieso Sie im Moment sehr gute Karten in den Händen halten, erfahren Sie hier.

Grundkenntnisse: Welche Rolle spielt der Leitzins für die europäische Wirtschaft?

Ein Haus zu kaufen oder zu bauen ist ein ernst zu nehmendes Projekt. Selbst wenn man zu Beginn noch nicht genau weiß, welche Fenster die passendsten sind, man wird sich nach ein wenig Recherche dazu in der Lage fühlen, sich für die Richtigen zu entscheiden. Dasselbe gilt für die Finanzierung. Auch auf diesem Gebiet ist es wichtig, sich Grundkenntnisse zu verschaffen. Wenn man die Frage beantworten möchte, wie sich die Senkung des Leitzinses auf die eigene Baufinanzierung auswirkt, sollte man zunächst verstehen, welche Aufgabe dem europäischen Leitzins zukommt.

Der Leitzins ist ein Instrument der Europäischen Zentralbank (EZB), das sie nutzt, um Inflation und Deflation zu regeln. Ist die Euro-Zone wirtschaftlich stabil, erhöht der EZB-Rat den Leitzins. Das bedeutet, dass (Privat-)Banken, die sich von der EZB Geld leihen möchten, höhere Kreditzinsen begleichen müssen. Vermehrte Kosten für die Banken bescheren deren Kunden in der Regel teurere Kredite. Im Großen und Ganzen gesehen ist ein höherer Leitzins aber von Vorteil. Der Geldwert steigt ebenso wie die Zinsen für Geldanlagen, außerdem ist die Inflationsgefahr gering. Im Moment befindet sich der Leitzins allerdings auf einem noch nie dagewesenen Tiefstand.

Wie wirkt sich der niedrige Leitzins auf die Baufinanzierung aus?

Der Leitzins wurde am 07.11.2013 vom EZB-Rat auf 0,25% gesenkt. Damit liegt er so tief wie noch nie zuvor in seiner Geschichte. Die dafür Verantwortlichen rechtfertigen diesen Schritt durch Verweise auf die schwache wirtschaftliche Konjunktur der gesamten Euro-Zone und der niedrigen Inflation. Dr. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, hält diesen Schritt für durchaus gerechtfertigt. Er warnt jedoch gleichzeitig davor, die Politik des billigen Geldes allzu lange fortzuführen.

Durch das Rekordtief des Leitzinses im Nachteil sieht er insbesondere fleißige Sparer. „Die Bürger profitierten jedoch an anderer Stelle: als Bauherren von günstigen Kreditzinsen, als Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz durch eine Verschärfung der Krise gefährdet wäre, oder als Aktionäre.“, paraphrasiert der Investor Verlag Weidmanns Aussagen.

Derzeitige Entwicklung der Baufinanzierungszinsen: Käufer haben gute Karten

Bauherren und potentielle Käufer von Immobilien profitieren also von der Leitzinssenkung. Ein so niedriger Leitzins hat zur Folge, dass sich Banken sehr kostengünstig Geld von der EZB Geld leihen können. Das kommt den Immobilienkäufern zugute, weil die Finanzierungskredite günstig sind. Das zeigt wiederum, dass die Baufinanzierungszinsen zwar nicht in direkter Weise vom Leitzins abhängig sind, aber trotzdem nicht unabhängig von diesem zu sehen sind.

Das Rekordtief ist jedoch nur ein Grund für die derzeitige Entwicklung (nach einem Anstieg in den Sommermonaten ist nun ein Stopp bzw. leichter Rückgang zu beobachten). Ein weiterer ist, dass die Banken Immobilienkäufern nun auch darum kostengünstige Darlehen anbieten, damit ein Investitionsrückgang nicht durch den Baustopp im Winter gefährdet ist. Aus diesem Grund sollten Käufer nun auch zuschlagen, denn es ist zu erwarten, dass die Kosten für diese Darlehen mit Frühjahr wieder steigen werden. Bauherren wird allerdings zur Geduld geraten, wieso dem so ist, erfahren Sie hier.

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