Grundschulddarlehen zur Finanzierung von Immobilien

Eine Immobilienfinanzierung unterscheidet sich in vieler Hinsicht von den meisten anderen Kreditarten: Die Kreditsumme ist wesentlich höhere und auch bei der Laufzeit stehen meist die längeren Laufzeiten von zehn Jahren und mehr eindeutig im Vordergrund. Vielfach ist in der Literatur und im Immobilien-Teil der Zeitung auch von einem Grundschulddarlehen die Rede. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Form des Immobilienkredits, es ist lediglich eine andere Bezeichnung – die auf ein wesentliches Element der Besicherung hinweist.

Sicherheit bereits seit 1897

Die Ursprünge des Grundbuches lassen sich weit über die Entstehung Duetschland hiansu bis in die römische Zeit zurückverfolgen! Die erste für Gesamtdeutschland gültige Grundbuchregelung gab es bereits vor mehr als 115 Jahren, seit 1897 gibt es dafür eine gesetzliche Grundlage. Aufgrund des hohen Wertes von Grundstücken und der bei Grundstücksgeschäften erforderlichen Rechtssicherheit werden alle Käufe und Verkäufe sowie Eigentümerwechsel oder auch Grunddienstbarkeiten in das Grundbuch eingetragen. Damit hat der Kreditgeber eine verbriefte Sicherheit, die er ohne Grundbucheintrag nicht hätte. Stellen Sie sich vor, der Immobilieniegentümer würde das Grundstück weiterverkaufen – obwohl noch ein Kredit zurückzubezahlen ist. Deshalb wird jede Kreditaufnahme in das Grundbuch eingetragen, die entsprechende Grundschuld wird nach der Rückzahlung getilgt. Aus der Reihenfolge des Eintrages ergibt sich auch die Reihenfolge bei einem etwaigen Rückzahlungsproblem oder einem Konkurs des Eigentümers: Die Grundschuldbesicherung ist eine vorrangige Besicherung vor allen anderen Ansprüchen, womit der Kreditgeber die Immobilie im Notfall verwerten kann. Diese hohe Sicherheit ermöglicht auch die sehr guten Immobilienkreditkonditionen, die ohne effektive Besicherung niemals im einstelligen Prozentbereich liegen könnten.

Die Schritte zum Grundbuchdarlehen

Wenn Sie ein Grundbuchdarlehen aufnehmen möchten, dann sind die ersten Schritte ähnlich wie bei seinem kleinen Bruder, dem Privatkundenkredit oder Konsumentendarlehen. Bei der Antragstellung wird anhand eines Lohn- oder Einkommensnachweises berechnet, ob der monatliche Haushaltsüberschuss für die Beantragung des Kredites ausreichen würde. Dann gibt es aber unterschiedliche Abläufe: Beim Immobilienkredit gibt es zuerst eine Darlehenszusage und noch keine Auszahlung. Diese findet erst dann statt, wenn der notarielle Kaufvertrag vorliegt und die Beurkundung beim Grundbuchamt beantragt ist. Grund dafür ist, dass der Bank erst dann eine Sicherheit zur Verfügung stehen würde.

Der Einfluss der Beleihungsquote auf die Kreditzinsen

Ein weiterer Unterschied zu einem normalen Konsumentenkredit ist der Einfluss der sogenannten Beleihungsquote auf die Verszingung. Während beispielsweise bei einem KFZ-Kauf ausschließlich die Bonität des Kreditnehmers und die Laufzeit über die berechneten Zinsen entscheiden, wird beim Grundbuchdarlehen auch ein Quotient aus Kreditsumme und Gesamtwert der Immobilie gebildet. Übersteigt die Beleihung beispielsweise 60 % oder auch die eher in den USA übliche Grenze von 80 % dann wird eine erhöhte Verzinsung berechnet.

Tipps für die richtige Laufzeitwahl

Beim Grundschulddarlehen ist die Wahl der richtigen Laufzeit bedeutender als bei jedem anderen Kredit. Als Faustregel – gerade in der Niedrigzinsphase – kann man sagen: Die Zinsbindungsfrist bzw. Laufzeit sollte nicht zu kurz gewählt werden, damit die Prolongation des Kredites nicht gerade zufällig in eine Phase hoher Zinsen fallen könnte. Deshalb empfiehlt sich meist eine mindestens fünf- bis zehnjährige Zinsbindung, damit Sie einen sicheren Planungshorizont haben.

Weitere Infos zum Thema Grundschulddarlehen finden Sie auf folgenden Seiten:

Foto: © leroy131 – Fotolia.com