22 Dez
von Redaktion - Kategorie: Baufinanzierung
Baufinanzierungen sind in diesen Tagen günstig wie nie. Schließlich haben die Baugeldzinsen einen Tiefstand erreicht, der nur knapp über dem Wert von 2005 liegt. Damals sprachen Experten von einem Rekordtiefstand. Doch fünf Jahre später scheint sich der Trend der günstigen Baufinanzierung aufzulösen, denn für 2010 wird ein Anstieg der Kreditzinsen erwartet.
Wie das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet, erwarten Finanzexperten für 2010 einen Anstieg der Zinsen für eine Kreditlaufzeit von zehn Jahren um 0,3 Prozentpunkte im zweiten Halbjahr 2010. Zukünftige Bauherren, die ein Darlehen über 15 Jahre aufnehmen wollen, müssen ab dem zweiten Halbjahr des kommenden Jahres damit rechnen 0,5 Prozentpunkte mehr an Zinsen zu bezahlen. Das klingt zunächst nach marginalen Erhöhungen, muss aber auf die Gesamtsumme berechnet werden, wobei Mehrosten von bis zu 7000 Euro entstehen können, im Vergleich zu den derzeitigen Zinskonditionen.
Wer also 2010 plant eine Immobilie zu bauen, sollte sich frühzeitig um die Gestaltung seiner Finanzierung bemühen und diese seiner aktuellen Finanzsituation anpassen. Kredite, die nur eine kurze Laufzeit haben, können günstige Zinskonditionen mitbringen, lange Bindungen haben erfahrungsgemäß einen höheren Zinssatz, geben aber auch langfristige Sicherheit.
Das derzeitige Zinstief wird von Bauherren derzeit voll genutzt, so zeigen Statistiken, dass die durchschnittliche Laufzeit aller Baudarlehen auf einen Zeitraum von unter zehn Jahren gefallen ist. Aktuelle Prognosen belegen aber, dass das Zinstief nicht so stabil bleiben wird, da durch einen erwarteten Anstieg der Inflation auch die Hypothekenzinsen erneut ansteigen werden. Bauherren, die sich 2010 für eine Finanzierung ihrer Immobilie entscheiden müssen, wird geraten, sich nicht nur auf eine Form der Finanzierung festzulegen, sondern einen Finanzierungs-Mix zu wählen. So sei Sicherheit gewährleistet und trotzdem habe der Immobilienbesitzer die Möglichkeit günstige Zinsschwankungen zu nutzen. Wie sich dieser Finanzierungs-Mix gestaltet, hängt aber sicherlich mit dem Sicherheitsempfinden und der Zinserwartung des Darlehensnehmers ab. Der Zinssatz bei variablen Darlehen liegt derzeit bei etwa 2 – 2,5 Prozent, kann sich aber monatlich verändern. Wer seine Finanzierung durch Beständigkeit absichern möchte, sollte sich daher auf variable Kredite mit einem Cap verlassen oder langfristige Zinsbindungen eingehen. Diese Zinsen sind zwar etwas teurer, unterliegen dafür aber keinen Schwankungen.
Sollten in der Zeit des Darlehens die Zinsen allerdings rapide gefallen sein, kann es sich für Immobilienbesitzer lohnen eine Anschlussfinanzierung (zum Beispiel ein Forward-Darlehen) abzuschließen.