Die Bauzinsen im März 2013

Die Zinsen sind seit vergangenem Jahr auf einem niedrigen Niveau, was die Sparer und Anleger ärgert, die Investoren in Bauprojekte und die Käuferschicht für Eigentum jedoch freut. Auch wenn in den vergangenen Monaten ein leichter Anstieg bestimmter Kreditformen zu bemerken war, bleibt es jedoch auf absehbare Zeit bei diesem aktuell niedrigen Zinsniveau, das als stabiler Faktor für das Wirtschaftswachstum gilt.

Risikorprojekte sind von Zinsanstieg betroffen

Während 2012 als Jahr der niedrigen Bauzinsen in die Geschichte eingehen wird, zeigt sich für das laufende Jahr ein konstanter Anstieg der Finanzierungsmodalitäten. Während gängige Sätze durchaus mit einem konstant geringem Niveau verbunden sind, werden Projekte, die mit einem Risiko behaftet sind, stärker belastet. Dieser sogenannte Risikoaufschlag treibt also den Zinssatz für Kredite eindeutig in die Höhe. Wer noch im Dezember für einen Baukredit mit fünfjähriger Zinsbindung 1,47 % zahlen musste, legt aktuell schon wieder knapp 1,60 % hin. Für eine zwanzigjährige Finanzierung bleiben die Zinsen derzeit noch relativ konstant mit einer Bemessung von 2,95 %. Wer seine Immobilie über dreißig Jahre lang finanziert, muss um zehn Basispunkte mehr zahlen, hier stieg das Zinsniveau von 3,10 % auf 3,20 %. Den höchsten Anstieg verzeichnen Finanzierungsformen mit einer Laufzeit von zwölf Jahren. Hier stieg das Zinsniveau um satte 25 Basispunkte von 2,39 % auf 2,64 %.

Erhöhung der Bauzinsen war Entscheidung der Banken

Die Idee, die hinter diesen moderaten Zinserhöhungen steckt, ist einfach erklärt. Während im vergangenen Jahr vor allem die EZB und die Politik die Kapitalmärkte durch die Einführung des ESM weitgehend beruhigen konnten, stieg die Nachfrage nach günstigen Finanzierungsmöglichkeiten. Da damit die Immobilienpreise vor allem in den Metropolregionen stark anstiegen, entschlossen sich die Geldinstitute, den Zugang zu Baufinanzierungen zu erschweren, mit einem Wort: Sie erhöhten das Zinsniveau für Immobilienfinanzierungen. Begründet wurde das mit dem Argument, dass eine Immobilienblase vermieden werden sollte. Zuletzt gab es diese wirtschaftliche Bedrohung 2007 mit schwerwiegenden Konsequenzen für die Geldhäuser.

Die aktuelle Entwicklung des Zinsniveaus für Bau- und Immobilienfinanzierungen ist laut Experten nur der Beginn einer steigenden Tendenz, die Wohnungskauf und Hausbau verteuern wird. Zu diesen Überlegungen der Geldinstitute kommt die Gefahr, die von den Krisenstaaten Spanien und Italien ausgeht. Heimische Banken sind in diesen Ländern stark vertreten und wären von einer Insolvenz der Immobilienfinanzierer stark betroffen. Wenn hier der Bundeshaushalt unterstützend eingreifen muss, steigen in der Folge die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen. Damit ist absehbar, dass innerhalb von sechs bis zwölf Wochen die Bau- und Immobilienzinsen stark anziehen würden.

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