Baukredit oder Bausparvertrag: Wie liegen Vorteile und Nachteile?

Modernes Eigenheim

In der Vergangenheit galt ein Bausparvertrag als die Sparmöglichkeit für potenzielle Bauherren, die sich über den Sparvertrag Eigenkapital für den Hausbau schaffen wollten. In Zeiten des Niedrigzins steht der Bausparvertrag allerdings in Frage und es bleibt zu überlegen, ob ein alleiniger Baukredit mit günstiger Verzinsung nicht sinnvoller ist als die früher so häufig gewählte Kombination aus Bausparvertrag und Baudarlehen.

Vor- und Nachteile bei Baukrediten und Bausparverträgen

Die Vorteile der Baufinanzierung sind offenkundig und äußern sich in rekordtiefen Zinsen, die potenzielle Bauherren derzeit in Anspruch nehmen können. Über den niedrigen Zinssatz verliert sich oftmals die Prüfung der Gesamtheit aller Konditionen, sodass dem Verbraucher verborgen bleibt, dass der Hausbau oder Eigenheimkauf durch niedrige Bauzinsen nicht günstiger geworden ist. Denn während sich der Zinssatz verringerte, haben sich die Baukosten erhöht und bringen mit sich, das ein Baukredit heute viel länger oder in höheren Raten und so mit Mehrkosten im Vergleich zu früher getilgt werden muss.

Vor allem Baufinanzierungen ohne Eigenkapital sind zwar reizvoll und animieren zum Bauen oder Kaufen, präsentieren sich aber je nach Höhe der Summe mit erhöhter Verzinsung oder dem Risiko, eine zum höheren Zinssatz auf den Verbraucher zukommenden Anschlussfinanzierung Vorlieb zu nehmen. Festgeschriebene Zinsen sind derzeit besonders beliebt, verhindern aber auch die Möglichkeit, bei einer weiteren Senkung der Bauzinsen von einer Vergünstigung des Darlehens zu profitieren.

Der klassische Bausparvertrag hat zumindest bei jungen Menschen ausgedient. Niedrige Zinsen und eine lange Ansparphase untermauern die Angebote zum Bausparen mit weniger Rentabilität und erzeugen ein minderes Interesse. Da heute bereits in jungen Jahren gebaut und der Traum vom Eigenheim erfüllt wird, eignet sich der Bausparvertrag auch nicht als Sicherheit für den Kredit, der beim Hausbau generell aufgenommen wird. Hypotheken bilden die neue Absicherung für den Kreditgeber, auch wenn der Bauherr damit ein hohes Risiko eingeht und bei Nichttilgung der Kreditraten mit einer Zwangsversteigerung seines Hauses durch die Bank rechnen muss.

Wer neben dem Darlehen einen Bausparvertrag finanziert und sich hierbei für einen bestmöglichen Zinssatz entscheidet, kann sich einige Vorteile sichern und muss das Risiko einer Hypothek nicht eingehen. Auch junge Bauherren sollten den Bausparer nicht gänzlich aus den Augen verlieren und können mit diesem zum Beispiel einen Betrag für die Abschlusszahlung der Finanzierung ansparen und damit einem erneuten Kredit mit eventuell höherer Zinsbelastung vorbeugen.

Für Bauherren empfiehlt sich nach wie vor eine Kombination aus einem klassischen Bausparvertrag und Baukredit, da der Sparvertrag abfedert und mehr Sicherheit in der Finanzierung des Eigenheims erzielen lässt.

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