Baufinanzierung: Was ist der Grundbucheintrag?

Grundbucheintrag

Der Grundbucheintrag gibt nicht nur Aufschluss über die Besitzverhältnisse, er ist auch für die Baufinanzierung von besonderer Wichtigkeit. Käufer und Banken können sich durch den Grundbucheintrag davon überzeugen, dass der Verkäufer beziehungsweise Kreditnehmer auch tatsächlich Eigentümer des Grundstücks ist.

Grundbucheintrag für alle Grundstücke

Jedes Grundstück in Deutschland wird im Grundbuch verzeichnet. Neben den Katasterangaben, der Größe und Lage, ist aus dem Buch ersichtlich, wem das Grundstück gehört oder ob Einschränkungen, zum Beispiel durch ein Nutzungsrecht oder das Erbrecht, bestehen. Der Grundbucheintrag ist gesetzlich geregelt, ohne Eintrag kann niemand ein Grundstück erwerben. Damit wird unter anderem verhindert, dass Grundstücke doppelt verkauft werden. Außerdem werden in das Grundbuch sogenannte Grundpfandrechte aufgenommen. Kredit- und Hypothekengeber hinterlegen im Grundbuch ihren Anspruch als Sicherheit für den gewährten Kredit. Wird das Grundstück verkauft, können Banken und Sparkassen zunächst die Befriedigung ihrer Forderungen verlangen.

Das Grundbuch wird in der Regel vom Amtsgericht des jeweiligen Bezirks geführt. Die Eintragungen oder Löschung veranlassen können der Eigentümer sowie die Finanzierungsbanken. Auch von Amts wegen dürfen Eintragungen und Löschungen vorgenommen werden, das ist allerdings in der Regel selten der Fall. Einsicht bekommt jeder, der ein begründetes Interesse nachweisen kann, wie etwa die Bank, die die Finanzierung übernimmt. Das gilt auch für einen Kaufinteressenten, der sich über die rechtlichen Besitzverhältnisse informieren möchte. Eine beglaubigte Abschrift des Eintrags kann ebenfalls angefordert werden. Die Eintragungen des Grundbuchs unterliegen dem sogenannten öffentlichen Glauben. Damit kann sich derjenige, der Einsicht in das Grundbuch nimmt, darauf verlassen, dass die Angaben korrekt sind.

Die drei Abteilungen des Grundbucheintrags

Der Grundbucheintrag besteht aus drei Abteilungen. In der ersten Abteilung sind Grundstücksnummer, Lage und Eigentümer vermerkt. Für Käufer oder Banken ist hier ersichtlich, ob neben dem Verkäufer oder Kreditnehmer weitere Personen als Eigentümer eingetragen sind. In der zweiten Abteilung werden etwaige Belastungen und Beschränkungen, die auf dem Grundstück liegen, aufgeführt.

Die dritte Abteilung ist vor allem für Banken und Sparkassen wichtig, die die Finanzierung von Darlehen oder Hypotheken übernehmen. Alle bestehenden Grundschulden und Hypotheken sind hier erfasst. Neue Kreditgeber lassen ihre Forderungen ebenfalls eintragen. Die Reihenfolge der Eintragungen erfolgt in drei Klassen, und zwar als erstrangige, zweitrangige und drittrangige Eintragung. Bei einer Vollstreckung werden zunächst die Schulden befriedigt, die als erstrangig eingetragen wurden. Als erstrangig gelten die Forderungen der Hypothekenbanken. In diesem Fall darf die Finanzierung des Grundstücks allerdings nur bis zu 60 Prozent des Belastungswertes betragen. Bei einer drittrangingen Eintragung ist eine Vollfinanzierung zu 100 Prozent möglich.

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