Bank trotz offenen Dispokredit wechseln?

Kredit Beratung

Eine andere Bank bietet günstige Konditionen an, der Kunde möchte wechseln, aber da ist noch der bestehende Dispokredit. Wie sollte er vorgehen, damit ein Bankenwechsel erfolgt hat. Diese Artikel gibt Antworten.

Offenstehende Verbindlichkeiten beim Kontowechsel mitnehmen

Der Dispositionskredit, kurz Dispo genannt, stellt für die Banken eine lukrative Einnahmequelle dar. Seine Höhe bestimmen einmal der Kunde und einmal die Bank. Banken stellen häufig den Geldrahmen, den ein Neukunde bei seiner Bank hatte, weiterhin zur Verfügung. Bekam der Kunde früher erst nach zwei bis drei Monaten Geldeingang auf dem neuen Konto einen Dispo eingeräumt, so hat sich das geändert. Allerdings kann das Zinsniveau ein anderes sein. Wer also die Bank wechseln möchte, kann seinen Dispokredit mitnehmen.

Von Gesetzesseite her besteht dazu zwar kein Recht, aber manche Geldinstitute stellen den gleichen Kreditrahmen als Dispo zur Verfügung. Allerdings muss ein aktiv genutzter Dispo vor einem Wechsel ausgeglichen werden. Stellt der Kunde aber rechtzeitig bei der neuen Bank einen Antrag auf einen Dispokredit, so hat er keine Einschränkungen. Der Restsaldo kann so beispielsweise über ein Lastschriftverfahren ausgeglichen werden. Voraussetzung wird diese Transaktionen ist natürlich eine gute Bonität.

So sieht ein Wechsel zu einer anderen Bank aus, wenn noch Verbindlichkeiten offen stehen:

  • Der Kunde sucht sich eine neue Bank und klärt dort ab ob ein Kredit bewilligt wird
  • Zeigt die Bank sich bereit, kann ein Kreditvertrag abgeschlossen werden
  • Die noch offenstehenden Verbindlichkeiten durch den Kredit von der neuen Bank begleichen

Hat der Kunde sich vorher nicht richtig informiert, so können natürlich die Konditionen beim neuen Kreditinstitut schlechter ausfallen, es muss die alten Konditionen keineswegs übertragen.

Ob Gebühren beim Wechsel des Girokontos anfallen, hängt von den verschiedenen Instituten ab. So kann die Bank sich Vorfälligkeitszinsen für die vorzeitige Ablösung eines Kredites anrechnen, während andere Anbieter keine Kosten veranschlagen. Hinweis: Die Verbraucherzentrale Niedersachen empfiehlt die Vorfälligkeitszinsen vorab auf jeden Fall nachrechnen zu lassen. Dafür hat die VZ einen extra Service eingerichtet.

Was muss noch beachtet werden

Damit sich ein Kontenwechsel problemlos gestaltet, sollte mit dem neuen Anbieter ausgehandelt werden, wann und zu welchem Zeitpunkt die neue Kreditsumme als Ablösung zum alten Kredit gebraucht wird. Auch der genaue Betrag sollte genannt werden. Neue Anbieter verlangen meist auch Einkommensnachweise und eine Schufa-Auskunft. Letzteres wird in der Regel von der Bank selbst eingeholt. Es kann aber auch durchaus sinnvoll sein, selbst eine Auskunft einzuholen. Dafür hat die Schufa unter meinschufa.de einen Service einrichtet.

Eine kleine Checkliste erleichtert den Kontowechsel:

  1. Bevor das alte Konto gekündigt wird, sollte bereits ein neues Konto bestehen
  2. Angebote online einholen und Girokonten vergleichen
  3. Bestehende Daueraufträge oder Lastschriften kontrollieren und gegebenenfalls über den Kontowechsel informieren
  4. den Arbeitgeber über das neue Konto unterrichten, damit Lohn und Gehalt richtig überwiesen werden
  5. Der Kunde erhält von anderer Stelle Geld, auch diese informieren
  6. Zur Sicherheit sollte der Kunde einige Wochen lang beide Konten führen, damit kann geprüft werden, ob alle Kontenbewegungen richtig ausgeführt werden
  7. erst wenn das reibungslos funktioniert kann die alte Bankverbindung aufgelöst werden

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